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Reispfanne

Ja Sveni's Kochbuch™ Teil 1. Ja auch Informatiker können kochen und sich nicht nur Pizza bestellen. Aber gebe auch zu es war nicht immer so. Manchmal sind Frauen eben als positives Vorbild gut und dann merkt man, dass es auch Spaß macht. *s* Ja es geht ja auch gleich los, aber vorher noch einige kleine Anmerkungen zum Rezept:
Dieses Rezept ist voll flexibel. Durch Weglassen von Fleisch kann man eine vegetarische Reispfanne draus machen. Durch Weglassen von Ei und Käse sogar eine veganische Reispfanne. Allerdings wird man nicht um die Tatsache umherkommen, dass der Reis, der Paprika und wohl auch der Mais ganz grauenvoll bei lebendigem Leibe von der sie versorgenden Lebensader getrennt wurden und sie teilweise sogar in Metalldosen gesperrt hat, wo sie qualvoll im eigenen Saft gestorben sind und zu tausenden übereinander gestapelt wurden. Aber da wir ja alle Kinder einer grausamen, industrialisierten Zivilisation sind, stehen wir da drüber und scheren uns nicht darum, in der Hoffnung gutes Karma zu sammeln und im nächsten Leben keine Maiskörner zu werden.

Also das Rezept ist für 3-4 Personen (je nachdem wie verfressen sie sind). Weniger ist nicht, also zur Not Freunde einladen. Und versucht nicht die Zutaten einfach runter zu rechnen, das Ergebnis wären nur halbvolle Dosen die überall rumstehen!

Zutaten

Ok nun geht es wirklich los. Also Zutaten:

Also als rote Soße könnt ihr, wie ich in diesem Beispiel, Bolognese für Spagetti verwenden, aber auch alles mögliche andere. Der Geschmack ist später nicht sehr dominant, daher kann man hier ruhig etwas experimentieren Smiley glücklich

Zubereitung

Hier seht ihr meine Zutaten noch ganz langweilig rumstehen. Rechts hinter dem Bolognese Glas ist noch etwas alter Hackepeter, welcher nicht mehr sehr schön anzusehen ist. Und nach 2 Tagen sollte man den ja auch nicht mehr roh essen. Einer der Hauptvorteile dieser Reispfanne ist, dass ihr alle Reste die sich so finden, die keiner mehr essen würde, weil sie nicht mehr so appetitlich aussehen, einfach mit unterrühren könnt. Natürlich verwenden wir aber KEINE verdorbenen Lebensmittel. Die Reispfanne ist also eine Art Soljanka, nur dass man hier nicht wirklich merkt, was weg musste grins

Als erstes setzen wir den Reis an. Also einen Topf mit Wasser füllen und auf den Herd stellen und diesen aktivieren (den Herd nicht den Topf!). Die Größe des Topfes sollte den Beuteln angepasst sein. Danach 2 Löffel Salz ins Wasser. Keine Angst das verkocht und ist für den Geschmack, sonst schmeckt es nach nix. Wenn das Wasser kocht, den Reis hinein und dafür sorgen, dass das Wasser immer am köcheln ist. Die ersten male Reis kochen ist da noch ein Erlebnis, aber danach hat man dann den Dreh raus grins Und wenn was überkocht, kein Problem, soll ja jeder sehen, dass wir selber gekocht haben Smiley glücklich

Nebenbei schneiden wir dann die Zwiebel klein. Also fein schälen und dann von Pol zu Pol (Strunk zu Strunk) durchschneiden, dann wieder von Pol zu Pol (ihr wisst schon) längst Streifen schneiden und dabei drauf achten, dass alles noch zusammen hält. Danach kommen nämlich die Schnitte quer dazu. Deshalb sollte es vorher auch noch halten, weil es sonst ein höherer Schwierigkeitsgrad wird grins. Und da wir nun sicher schon genug geweint haben kann man meinen Trick anwenden und einfach den Deckel der Pfanne drüber stülpen, während wir weiter arbeiten. Sonst stehen wir noch die ganze Zeit da, uns tränen die Augen und wir grübeln woher das wohl kommt grins

Danach, oder auch vorher schneiden wir den Paprika in kleine Würfel. Die Größe der Würfel dürft ihr selber definieren und auch ob ihr die Kerne mitverkochen wollt. Gibt etwas mehr Geschmack. Ich habe diesmal einen Roten und einen Grünen verwendet. Hat nix mit meiner politischen Einstellung zu tun, sondern diesmal wollte ich es etwas herzhafter machen. Gelbe sind eher bei süsseren Versionen geeignet. Zum Beispiel mit Ananas. Dazu aber ganz unten.

Wenn der Reis annähernd fertig ist, heizen wir den Herd an und stellen die Pfanne drauf. Eigentlich soll man das Öl ja erst reingiessen, wenn die Pfanne schon heiß ist, wegen irgendwelchen Giften die sonst entstehen oder so, aber erstens vergesse ich das meist und zweitens spritzt das Öl dann viel mehr. Also hab ich es diesmal schon in die noch nicht ganz heiße Pfanne gekippt. Also wir können ruhig den Boden der Pfanne mit einem leichten Ölfilm bedecken. Das verbrät sich dann eh ganz schnell... Dann werfen wir also die Zwiebeln und den Paprika ins nun heiße Öl. Ja das Öl muss schon heiß sein, sonst macht's keinen Spaß. Auch wenn die nun qualvoll zerstückelten Paprika- und Zwiebelstücken ganz heftig schreien (von wegen, dass wäre das Brutzeln des Öls), wir ignorieren es einfach und schalten die Dunstabzugshaube ein. Wenn der Reis fertig ist (bei Kochbeuteln wenn sie voll aufgeplustert sind), stellen wir den Topf auf eine andere (kalte) Platte und lassen ihn sich erst mal etwas ausruhen.

Das ganze braten wir nun eine Minute oder so scharf an (ein hoch aufs Acrylamid, ach ne entsteht ja nur bei Kartoffeln grins). Danach geben wir nun das Fleisch hinzu. Und immer alles schön umrühren. Habe diesmal, faul wie ich war, fertiges Schweinegeschnetzeltes verwendet. Besonders lecker wird es natürlich mit fein geschnittenem Hühnerbrustfilet — das ist schön zart. Smiley glücklich So nun kommt Leben in die Bude. Wir nehmen den ersten Reisbeutel aus dem Topf (am besten über der Spüle), schneiden ihn seitlich mit einem Messer auf und kippen den Inhalt in die Pfanne. Den Tipp mit dem seitlich aufschneiden hab ich auch erst lernen müssen, aber ist echt praktischer. Was wir mit dem zweiten Beutel machen könnt ihr euch ja denken. Nein er hat nicht die Arschkarte gezogen, sondern kommt auch mit in die Pfanne. Smiley zwinkert Dazu geben wir nun noch die Dose Mais. Am besten die Dose aufschneiden und über der Spüle den Saft raus laufen lassen, sonst haben wir ne Reissoße. (Höchster Schwierigkeitsgrad beim mit Stäbchen essen!!!) Ebenso kräftig rote Soße. Ich nehme meist fertige, ihr könnt aber auch selber was kochen.

Nun sollte es in etwa so aussehen. Dazu geben wir noch den Krümelkäse, ich meine geriebenen Käse und ein (oder auch zwei) Eier. Und immer schön rühren. "Keep it moving." Noch etwas durchhalten mit 'm rühren. So wenn ihr keine Lust mehr habt und spontan beschließt es ist fertig, wird dem wohl so sein. Dann kommt noch kräftig Pfeffer hinzu. Also ich hab weißen Pfeffer genommen und die Seite mit den kleinen Löchern gute 10 Sekunden drüber rumgeschüttelt. Die ganz harten können natürlich auch so lange die große Seite nehmen grins Erinnert mich gerade an den Besuch beim Mexikaner... "Bitte die ganz scharfe Soße!" lach Meine nächste Bestellung war ein großes Glas Eiswürfel. Hab ich zum Glück auch bekommen Smiley zwinkert

ServiervorschlagZu diesem Gericht empfehle ich einen deutschen Radeberger '03er Jahrgang. Leicht gekühlt passt er sehr gut zu diesem Gericht. Oder einfach Coke bei 3°C Smiley zwinkert In diesem Sinne lasst es euch schmecken. Ach so noch als Tipp. Am besten schmeckt es wirklich, wenn man es noch 10-20 min stehen lässt, dann entfaltet sich der volle Geschmack. Ist echt kein Mist. Das ist wohl eines der wenigen Gerichte, die abends nochmal aufgewärmt fast noch besser schmecken als mittags Smiley glücklich

Geschmacksoptimierung und Anpassung

So und als Informatiker muss ich natürlich auch noch das Optimierungsproblem betrachten. Wie optimiert man den Geschmack? externer Link Naturanaloge Optimierungsverfahren bieten sich hier leider nicht an, da der Suchbaum auf Grund der vielen Variablen zu tief werden würde. Ebenso sind externer Link Simulation diskreter und stetiger Systeme nicht anwendbar, da wir keine Gleichungssysteme für den Sachverhalt des Geschmacks und seiner Parameter aufstellen können. Dies rührt daher, dass jeder Mensch ein sehr differenziertes und individuelles Geschmacksempfinden aufweist. Somit bleibt als einzige Variante: ausprobieren. Was hat uns also die Informatik diesmal gebracht? Naja wir wissen wie es nicht geht. Wozu Wissenschaft doch gut ist. Man weiß ganz sicher was man nicht machen braucht, was man eh nie gemacht hätte. Daher hier nun einige Heuristiken, mit denen man eine Optimierung an die persönlichen Geschmacksverhältnisse erreichen kann:

Der letzte Punkt ist wohl der beste. Ich verwende dafür besonders die Expressionistische Kochmethode™. Sie ist dadurch gekennzeichnet einfach nach Bauchgefühl zu verschiedenen Zeitpunkten die aberwitzigsten Sachen ins Essen zu werfen. (Wie gesagt wir reden von essbaren Sachen.) Und erst ganz am Ende zu kosten. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Optimierungsmethoden (öfter mal zwischendrin kosten) ist der, dass der Überraschungsmoment viel größer ist und man den Aha-Effekt hat: "Hätte ich mir jetzt ganz anders vorgestellt". Solange man dabei aber etwas Menschenverstand walten lässt ist dieser Effekt aber eher selten negativ. Also bis auf den Umstand, dass es nicht so sehr würzig war wie erwartet, konnte man es immer essen. Also in diesem Sinne seid erfinderisch!